Der Reither Kulturwanderweg führt uns von Reith nach Leithen und wieder retour. Auf der Wanderung entdecken wir historische Denkmäler und lernen ihre Geschichte kennen. Am Ausgangspunkt – dem Informationsbüro Reith - hat man einen ausgezeichneten Blick auf die über 90 Jahre alte Karwendelbahn, die noch heute als Meisterstück der Ingenieurkunst gilt. Von dort aus folgen wir der Römerstraße weiter und biegen rechts in den Sonnrainweg ab. Rechter Hand gelangen wir zum Reither Dorfplatz mit dem geschichtsträchtigen Musikpavillon, das für seine Blumen-Gestaltung bereits zwei Mal zum Landessieger gekürt wurde.
Doch auch der Sonnrainweg selbst stellt eine Attraktion für sich dar. Man genießt von dort aus einen herrlichen Blick über das Inntal. Dem Sonnrainweg entlang gehend trifft man linker Hand auf die Reither Pfarrkirche, die dem Heiligen St. Nikolaus als Reither Dorfpatron geweiht ist. Wieder zurück auf den Römerweg gelangt, kommen wir zum Reither Meilenstein, ein Mahnmal zum Gedenk an die Plünderung bayrischer Soldaten um 1700. Wir folgen der Straße weiter bis zur Abzweigung Kalktalweg. Genau an der Obergrenze zwischen Zirl und Leithen stand seit ewigen Zeiten ein Bildstock mit einem wunderschönen, geschnitzten Madonnenbild, in Reith liebevoll „Unsere Frau“ genannt. Leider wurde diese Madonna 1972 gestohlen.
Nach Besichtigung der Säule machen wir kehrt und gehen ein kurzes Stück zurück, bevor wir in den Kobesbichlweg abbiegen, wo sich die Kapelle zum Heiligen Magnus befindet. Der Überlieferung nach soll sie älter als die Pfarrkirche sein. Seit jeher ist der Tag des Heiligen Magnus am 6. September der Kirchtag der Leithener. Seinen Hunger kann man gleich neben der Kapelle im Gasthof Hirschen (Dienstag Ruhetag), einem echten Tiroler Wirtshaus mit langer Tradition, stillen. Es werden Produkte vom eigenen Hof serviert – ein echter kulinarischer Genuss. Das Riesenhaus, worin der Legende nach der Riese Thyrsus gelebt haben soll, befindet sich auf der gegenüber liegenden Straßenseite.
Die letzte Station befindet sich am Ortsrand von Leithen direkt am Fußweg zwischen Leithen und Reith. Dabei handelt es sich um die Pestsäule, auf der die Kreuzigung von Pestheiligen zu sehen ist. Sie erinnert an die Zeit des 30-jährigen Krieges, in der durchziehende Truppen die Pest ins Land brachten. Ein wohlhabender Innsbrucker floh mit seiner Familie nach Leithen. Er erkrankte schwer, schwor aber im Falle seiner Genesung einen Bildstock zu errichten, der noch heute an die damalige Zeit erinnert. Zurück zum Ausgangspunkt beim Informationsbüro Reith gelangen wir, indem wir den Leithener Wiesenweg zurück auf die Römerstraße spazieren.
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