In vielen Jahrhunderten entstand im bäuerlichen und handwerklichen Berufsleben ein Volks- und Brauchtum, welches wiederum durch Aberglaube, Glaube und Religion sehr stark mit kirchlichen Festen verzahnt war.
In abgeschiedenen Gebirgstälern, wie sie im Ausseerland - Salzkammergut zu finden sind, konnten sich Volksbrauchtum, Musik, Tanz, Liedgut sowie auch Mundart und Tracht bis in unsere schnelllebige Gegenwart erhalten. Abgeschieden deshalb, weil unser Ausseerland - Salzkammergut erst 1876 an die Bahnlinie Attnang-Puchheim - Stainach-Irdning angeschlossen wurde.
Wen sollte es da wundern, dass dieser paradiesische Landstrich bis in unsere Tage von fremden Einflüssen weniger berührt wurde als andere Teile Österreichs, die vielleicht verkehrsgünstiger gelegen waren. Ein liebevoller Hang zum Althergebrachten der bodenständigen Bevölkerung tat sicher dazu noch ein übriges. Es ist deutlich zu betonen, dass dieses Volks- und Brauchtum im Ausseerland - Salzkammergut nicht etwa nur dem Fremdenverkehr zu Liebe erhalten wurde, sondern, dass es im Festkalender der heimischen Bevölkerung noch fix verankert ist und fortlebt.
Es wäre sogar gefährlich, gewachsenes Brauchtum brutal aus dem kalendarischen Zusammenhang zu reißen, nur um es den jeweils anwesenden Gästen vorzuführen. Man würde damit sehr schnell etwas zerstören, was Jahrhunderte gebraucht hat, um zu entstehen. Krampusse und Trommelweiber auf Ferienmessen oder organisierte Bauernhochzeiten für den Journalistenbesuch sollten daher äußerst maßvoll dosiert eingesetzt werden. Sie könnten der Anfang vom Ende sein.
Natürlich sind Gäste immer willkommen, die - alles zu seiner Zeit – das Ausseerland - Salzkammergut-Brauchtum im Verlaufe der Jahreszeiten mit uns erleben und daran teilnehmen wollen. Nur mit der touristischen Vermarktung außerhalb des gewachsenen, jahreszeitlichen Zusammenhanges sollte man vorsichtig sein. Man kann die Kuh nur melken - oder schlachten!